Bomben auf Dresden
Am Himmel der sächsischen Metropole Dresden wurde eines der grauenvollsten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben. Als sich der von Hitlerdeutschland angezettelte und Millionen Menschen das Leben kostende 2. Weltkrieg bereits seinem Ende entgegen neigte, Deutschland in einen aussichtslosen Zweifrontenkrieg verwickelt war und es militärisch und wirtschaftlich bereits am Boden lag, ereignete sich für eine der schönsten deutschen Städte die Apokalypse schlechthin. In den Nächten vom 13. bis 15. Februar des Jahres 1945 flogen die amerikanische und die britische Luftwaffe in insgesamt 4 gewaltigen Wellen verheerende Luftangriffe auf die Stadt an der Elbe.
Bis zum Januar des Jahres 1945 gab es bereits einzelne Angriffe aus der Luft auf Dresden und die Umgebung der Stadt. Diese galten in der Hauptsache jedoch industriellen Anlagen, Zulieferern für die deutsche Armee und Einrichtungen der Eisenbahn. Am 13. Februar, es war ein Faschingsdienstag, starteten gegen 17.30 Uhr am späten Nachmittag von ihren südenglischen Horsten sechs Staffeln britischer Bomber. Sie flogen auf zwei unterschiedlichen Korridoren in den Luftraum des Deutschen Reiches ein. Es war bereits sehr dunkel und der Himmel klar und wolkenlos, als um 21.45 Uhr Fliegeralarm ausgelöst wurde. Wenig später setzten Führungsflugzeuge der angreifenden Bomberstaffeln Leuchtmarkierungen und Lichtkaskaden ab, die den Bombern als Zielmarkierungen dienten. In den nächsten 15 Minuten fielen über 500 Luftminen und knapp 2000 Brand- und Sprengbomben auf die Innenstadt von Dresden und setzten 75 Prozent der Altstadt in Brand. Mehr als eine Stunde nach Mitternacht begann die zweite Angriffswelle, an der mehr als die doppelte Anzahl Bomber als bei der ersten Welle beteiligt waren. Abgeworfen wurden die unvorstellbar große Zahl von 650000 Stabbrandbomben. Die Zielsicherheit war ungemein hoch, da die brennenden Häuser eine perfekte Markierung für die Flugzeuge der zweiten Welle waren. Die zweite Angriffswelle machte Löscheinsätze unmöglich, so dass sich die alten und neuen Feuer zu einer die ganze Stadt überziehenden Feuersbrunst, einem Feuerorkan, vereinigten. Dieser vernichtete das Stadtgebiet auf einer Fläche von 15 Quadratkilometern.
Die Stadt kämpfte wie ein waidwundes Tier, als sie am Mittag des folgenden Tages eine erneute Angriffswelle traf. Diese wurde von über 300 Bombern der amerikanischen Luftwaffe geflogen. Knapp 2000 Sprengbomben und über 130000 Stabbrandbomben gingen auf die Stadt nieder. Der vierte Schlag traf die brennende Stadt am Mittag des 15. Februar, wiederum geflogen von Bomberstaffeln der amerikanischen Luftwaffe, bei dem mehr als 200 Bober des Typs B 17 von Boing zum Einsatz kamen. Die Stadt brannte tagelang. Der Schriftsteller Erich Maria Remarque schrieb in seinem Roman "Zeit zu leben, Zeit zu sterben" von einem Kirschbaum, der mitten im Winter blühte, da ihm die Wärme der vielen Feuer eine falsche Jahreszeit vorgaukelte. Bei den Bombardements auf Dresden verloren bis zu 25000 Menschen ihr Leben und unersetzliche Schätze der Kunst und Architektur wurden zerstört.
