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Dresden heißt die Kunst zu leben

Die so genannte Stasiunterlagenbehörde

 

Für Kulturinteressierte ist Dresden ein kleines Paradies und aus der Vielzahl an Museen und anderen kulturellen Angeboten ein besonders sehenswertes herauszugreifen, ist im Grunde nicht möglich. Eines der vielen empfehlenswerten Angebote in Dresden ist aber sicherlich die „Stasiunterlagenbehörde“. Wie der Name es erahnen lässt, bekommt man hier einen beeindruckenden, zuweilen bedrückenden und zuweilen auch amüsanten Einblick in die Machenschaften der Stasi in der damaligen DDR.

Als im Dezember des geschichtsträchtigen Jahres 1989 Bürgerrechtler die Stasi-Zentrale in Dresden besetzten, wurde der Stasiunterlagenbehörde eine ganze Menge Arbeit beschert. Unglaubliche Mengen an Akten wurden beschlagnahmt und ein knappes Jahr später an einen Vertreter der Bundesregierung übergeben. Bis die Stasi-Akten letztlich in die Riesaer Straße 7 gebracht wurden, sollten noch einmal gute zweieinhalb Jahre vergehen, doch haben sie dort nun schon seit über 17 Jahren einen sicheren Aufbewahrungsort gefunden, an dem die enthaltenen Informationen ganz bestimmt nicht zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt werden.

Insgesamt ergibt sich eine beachtliche Reihe von Akten, die in ihrer Gesamtlänge ganze 10 Kilometer misst und grob geschätzte drei Millionen Karteikarten enthält. Diese Masse an gesammeltem Material allein reicht, um einen anschaulichen Einblick in die Stasi-Zeit zu liefern und beim Besucher einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Doch natürlich gibt es nicht nur Aktenordner zu sehen, sondern auch Stasi-Kuriositäten verschiedenster Art und Güte werden ausgestellt. So zum Beispiel diverse Geruchsproben, die in einfachen Einweckgläsern aufbewahrt werden.

Ein Besuch in der Stasiunterlagenbehörde stimmt den Besucher aber nicht nur nachdenklich, in dem er unbestreitbar offen legt, wie schwer der Druck der Stasi-Allgegenwart die Bewohner der DDR belastet haben muss. Zugleich dokumentieren die vielen Unterlagen und gesammelten Informationen auch den Mut so vieler DDR-Bürger, die sich den Einschüchterungsmethoden und der ständigen Überwachung nicht ergeben haben.

Ein Besuch ist an jedem Werktag möglich, der Eintritt ist frei. Besonders interessant wird es an jedem dritten Donnerstag im Monat. Dann gibt es Vorträge und spezielle Führungen.

 

 

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